Zurückgeblättert

Die Anfänge der „Bicherdeeg“? In Protokollen ist nachzulesen, dass die Idee innerhalb der Walferdinger Kulturkommission „geboren“ wurde. Den Mitgliedern schwebte ein Thementag rund um die luxemburgische Literatur vor. Man einigte sich darauf, einen Büchertag rund um die lokalen Walferdinger Autoren aufzubauen. Schließlich wohnten renommierte Schriftsteller in der Gemeinde und Autoren wie Nic Weber, Lex Jacoby und Pol Pütz waren sofort Feuer und Flamme für die Idee. Neben dem Lesungsprogramm sollte gleichzeitig ein Büchermarkt stattfinden, sowohl für neue Titel als auch für gebrauchte Werke. Gesagt, getan. Am 8. Oktober 1995 wird das erste Kapitel aufgeschlagen. Dabei nimmt schon die Premierenausgabe jene Aufgaben wahr, die im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut werden: eine Plattform sein, Tendenzen ausloten und Lesefutter an Bücherwürmer vermitteln. Die Veranstaltung entpuppt sich als Erfolg. Damit steht fest: Sie wird wiederholt.

Der Büchertag etabliert sich im Laufe der folgenden Jahre zu einem festen Termin im Kalender der Gemeinde. Bereits an der zweiten Auflage nehmen auch Autoren von außerhalb teil. Ab dem Jahr 2000 beginnt das Event dann deutlich zu wachsen. Der Sportkomplex ergänzt nun die Ausstellungsfläche. Zwei Ausgaben später erfolgt der nächste konsequente Schritt. Aus dem bisherigen „Bicherdag“ werden die „Bicherdeeg“, die nun ein ganzes Wochenende lang zum Stöbern und Entdecken einladen. Seit 2003 gibt es Jahresthemen. Von Natur über Sport bis hin zu Museumskultur, Philosophie und Kreativität: Die Liste der Impulse ist lang. Seit vielen Jahren werden auch die jüngsten Bicherdeegbesucher besonders in den Blick genommen. Ihnen ist eine eigene Halle gewidmet.

Begegnungen, die im Gedächtnis bleiben, gibt es in einem Vierteljahrhundert zuhauf. Eine davon ist der Besuch der beliebten Krimiautorin Ingrid Noll anlässlich des 20. Jubiläums. Und wer hat im letzten Jahr eine persönliche Widmung von Erfolgsautor Daniel Kehlmann ergattern können? Die Feier des 25-jährigen Bestehens war ein besonderes Highlight. In diesem Jahr musste die Buchmesse aufgrund der Covid-19-Pandemie leider abgesagt werden. Wir hoffen sehr, dass die Geschichte 2021 weitergeschrieben werden kann. Denn es gibt noch Unmengen an unbeschriebenen Seiten zu füllen.

Der Weg zur größten nationalen Buchmesse führte über viele Etappen. Hier noch einmal die wichtigsten Ereignisse.

Das erste Kapitel
Am 8. Oktober 1995 öffnet die „Journée du livre luxembourgeois“ im Centre Prince Henri ihre Pforten.

2000
Die Veranstaltung vergrößert sich mit der Einbeziehung des Sportkomplexes deutlich.

2002
Aus „Dag“ werden „Deeg“. Ein ganzes Wochenende laden die „Walfer Bicherdeeg“ nun zum Entdecken ein.

2003
Die „Walfer Bicherdeeg“ finden fortan unter einem Jahresthema statt.

2004
Der 10. Geburtstag: Die Büchertage umfassen nun ein Rahmenprogramm, das über das Wochenende hinausgeht. Ein Festzelt komplettiert erstmals das Ensemble.

2005
Ein „Café littéraire“ für Lesungen wird eingerichtet. „An die Stifte“ heißt es fortan beim RTL-Diktat.

2006
Verleihung des Publikumspreises „Mon livre préféré“, aus dem später der „Lëtzebuerger Buchpräis“ entsteht.

2007
Mit den „Books for Kids“ gibt es erstmals ein Programm für kleine Bücherwürmer.

2014
20 Jahre Walfer Bicherdeeg werden mit einer „Séance académique“ in Anwesenheit S.K.H. Großherzog Henri und der Einladung der bekannten Krimiautorin Ingrid Noll gefeiert.

2017
Das neu geschaffene CAW bietet Raum für Lesungen und Workshops. Zum ersten Mal wird eine „Walfer Autorenresidenz“ organisiert.

2019
Ein Vierteljahrhundert Buchliebe. Zur Feier des besonderen Jubiläums wird der internationale Erfolgsautor Daniel Kehlmann eingeladen.

2020
Aufgrund der Covid-19-Pandemie musste die Traditionsveranstaltung abgesagt werden.

Wir hoffen sehr, dass die Geschichte im nächsten Jahr weitergeschrieben werden kann.